13. November 2006 Frankfurter Neue Presse von Stefanie Désirée Rieger

Kirchenmäuse zeigen Martins-Musical

„Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“, sangen die zahlreichen Besucher, darunter viele Kinder, im Karbener Bürgerzentrum und läuteten somit das Musical „Der römische Hauptmann St. Martin“ ein. Unter der Leitung von Gerhard Radgen übten die Kärber Kirchenmäuse das Stück rund um die historische Figur des heiligen Martins ein. „Seit Juli proben wir bereits, und ich bin mit der Leistung der Kinder äußerst zufrieden“, lobte der Gründer und Leiter der Kirchenmäuse.
Das Musical erzählt in knapp 30 Minuten die Legende der Mantelteilung des heiligen Martin. „Dieser hat sich, obwohl für römische Soldaten verboten, heimlich mit den Geschichten von Jesus von Nazareth beschäftigt und hat versucht, seinen Mitbürgern aus christlicher Nächstenliebe zu helfen“, weiß Gerhard Radgen, der das Stück auch geschrieben und vertont hat.
Die Stellung Martins als Offizier vereinfacht ihm einiges, unterwirft ihn aber auch gewissen Zwängen. „So darf er keine Zivilisten in die Kaserne nehmen. Das hindert ihn jedoch nicht, seinen Soldatenumhang zu beschädigen um einem frierenden Mann eine Überlebenschance zu geben.“ Eindrucksvoll präsentierten die beiden Hauptdarstellerinnen Melanie Effenberger als St.Martin und der Bettler (Isabelle Jahn), dass sie nicht nur schauspielern, sondern auch singen können. Auch die musikalische Untermalung der teilweise dramatischen, dann wieder heiteren Szenen stellte eine Neuerung für die Truppe von Gerhard Radgen dar. „Es war für uns das erste Mal, mit einer Band auf der Bühne zu stehen. Alle Musiker haben eine tolle Leistung geliefert“, versicherte der Leiter der Kärber Kirchenmäuse. Im Anschluss an das Musical machten sich dutzende Kinder mit ihren Laternen auf den Weg zur Turnhalle am Park, wo der Martinsumzug stattfand. „Eine wirklich schöne Idee, das Musical und den Umzug miteinander zu verbinden“, lobte Mutter Katrin Mohr.
Radgen bat anstatt eines Eintrittsgeldes um eine Spende für das Familienprojekt „Procedis“, das Kindern in Guatemala hilft. „Ich war selbst vor Ort und habe eine starke Bindung zu diesem Projekt. Ich freue mich, den Verantwortlichen 580 Euro Spenden von unseren Musical-Besuchern übergeben zu dürfen“, sagte der Gruppenleiter, der seit 1996 auch als Dekanatsjugendreferent tätig ist.


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